Welche fünf Begleiterkrankungen Einfluss auf den Gesundheitszustand von COPD-Patientinnen und -Patienten haben, hat ein Team der Universität Zürich untersucht.

Wie ist das Forschungsteam vorgegangen?

Das Forschungsteam hat bei 408 COPD-Patientinnen und -Patienten in der Schweiz und in den Niederlanden während Routineuntersuchungen Daten erhoben: Die Teilnehmenden mussten mit einem sogenannten «Gefühls-Thermometer» Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben. Auf dem Thermometer stand 0 äquivalent zu «tot» und 100 stand für «perfekte Gesundheit». Die Teilnehmenden wurden zusätzlich gebeten, alle ihre aktuellen Medikamente mitzubringen und sie wurden nach ihren Begleiterkrankungen gefragt. Die genannten Begleiterkrankungen wurden dann später mit den mitgebrachten Medikamenten verglichen, um mögliche Unterschiede zu erkennen. Fünf Begleiterkrankungen widerspiegeln den Gesundheitszustand bei COPD-Betroffenen: Der neu entwickelte COMOLD-Index.

Was hat das Forschungsteam herausgefunden?

Die ausgewerteten Daten zeigen, dass 16.9% der Teilnehmenden eine, 17.4% zwei, 17.7% drei und 38.7% vier oder mehr Begleiterkrankungen aufwiesen. Insgesamt litten also neun von zehn Patientinnen und Patienten an mindestens einer Begleiterkrankung und jeder zweite Betroffene wies drei oder mehr Begleiterkrankungen auf. Häufige Begleiterkrankungen waren dabei Bluthochdruck, Arthrose oder Übergewicht. Die Studie hat gezeigt, dass es allerdings nicht diese Krankheiten sind, die am stärksten in einem Zusammenhang mit den Resultaten des «Gefühls-Thermometers» stehen. Die Begleiterkrankungen Depressionen (13%), Angst (11.8%), Arterienerkrankungen (6.4%), Erkrankungen der Hirngefässe (8.8%) und des Herzens (20.3%) haben den grössten Einfluss auf den Gesundheitszustand, wenn die Patientinnen und Patienten selbst gefragt werden. Der daraus entwickelte COMOLD-Index der Forschenden widerspiegelt also den kombinierten Einfluss der fünf wichtigsten Begleiterkrankungen aus Patientenperspektive sowie den Zusammenhang zwischen der Begleiterkrankung und dem Gesundheitszustand.

Was nützt dieser Index nun konkret?

Er hilft Ärztinnen und Ärzten zu beurteilen, welche Begleiterkrankungen sich am meisten auf den selbst beschriebenen Gesundheitszustand ihrer Patientinnen und Patienten auswirken. Er ist also ein sinnvolles Instrument für die Ärztinnen und Ärzte, um sich während der Sprechstunde nicht nur auf COPD zu fokussieren, sondern gezielt nach dem Gesundheitszustand und den Begleiterkrankungen zu fragen. Damit leistet der COMOLD-Index einen Beitrag zu einer bessern und umfassenderen Behandlung von COPD-Erkrankungen.

 

Autoren
Frei A., Muggenstrum P., Putcha N et al.

Journal
Journal of Clinical Epidemiology

Publikationsdatum
29. April 2014

Unterstützt durch
Verein Lunge Zürich