Das Winterhalbjahr bringt ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen mit sich – allen voran die Grippe. Sie wird durch Influenzaviren ausgelöst und kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Eine Impfung bietet einen guten Schutz und hilft, möglichst gesund durch den Winter zu kommen.

Um uns herum leuchten die Bäume in allen Farben – von grün über orange, gelb und rot. Die Tage werden kürzer und wir müssen Schal und Mütze wieder hervorholen. Während die bunten Blätter auf den Boden segeln, kramen wir in unseren Taschen nach Hustenbonbons und Taschentüchern. Mit der kälteren Jahreszeit treten auch Erkältungen und grippale Infekte wieder vermehrt auf. Vor allem für Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie beispielsweise COPD können zunächst harmlos wirkende Infekte zu ernsthaften Komplikationen führen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sich vor Infekten zu schützen und diese richtig zu behandeln.

Grippezeit – eine jährliche Belastung mit ernsthaften Folgen

In der Schweiz beginnt die Grippesaison meist im Oktober und dauert bis ins Frühjahr. Die eigentliche Epidemiephase tritt in der Regel zwischen Dezember und März auf. Die Krankheit wird durch die Influenzaviren hervorgerufen. Eine Erkrankung kann schwerwiegende Folgen haben und führt jährlich zu mehreren Tausend Arztkonsultationen, Hospitalisationen und mehreren Hundert Todesfällen. Besonders die Atemwege können vermehrt von schweren Krankheitsverläufen betroffen sein, was eine Ansteckung für Personen mit COPD oder einer anderen chronischen Atemwegserkrankung besonders gefährlich macht. Die häufigsten Komplikationen sind Atemwegsbeschwerden, Lungen-, Mittelohr- oder Herzmuskelentzündungen.

Grippe oder Erkältung?

Eine Grippe kann nicht mit einer Erkältung gleichgesetzt werden. Im Unterschied zur oft schleichenden Entstehung einer Erkältung (Schnupfen, Niesen und Halsschmerzen) weist die Grippe einen plötzlichen Beginn und heftige Symptome auf. Typisch sind Fieber über 38°C, Kälteschauer, Schnupfen, Husten, Hals- und Schluckweh, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Schmerzen in der Brust, in Gelenken sowie Muskeln. Die Symptome dauern meist ein bis zwei Wochen an, können bei Risikopersonen jedoch länger bestehen.

Die Grippeimpfung reduziert das Risiko, nach einer Ansteckung zu erkranken oder schwere Symptome zu entwickeln. Sie sollte optimalerweise in der Zeit von September bis November durchgeführt werden – noch vor der ersten Grippewelle. Auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Impfung aber noch sinnvoll, da der Schutz bereits zwei bis drei Wochen später voll ausgeprägt ist. Die jährliche Auffrischung ist besonders wichtig, denn die Erreger verändern sich schnell. Jedes Jahr wird der Impfstoff nach WHO-Empfehlungen angepasst und auf aktuell kursierende Virenstämme ausgelegt. Eine Grippeimpfung schützt allerdings nicht vor einer typischen Erkältung, da diese von anderen Erregern hervorgerufen wird – vor ein paar Tagen mit Schnupfen und Halsschmerzen schützt die Impfung also nicht.

Empfohlen wird die Grippeimpfung für folgende Personengruppen:

  • Personen ab 65 Jahren
  • Erwachsene und Kinder ab 6 Monaten mit chronischen Erkrankungen (z.B. COPD)
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Schwangere
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen
  • Personen mit häufigem Kontakt zu Risikopersonen

Mit einer Impfung schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Mitmenschen. Grundsätzlich kann sich jede und jeder, der eine Grippeerkrankung vermeiden möchte, gegen die Influenzaviren impfen lassen.

Ansteckungs- und Übertragungsrisiko – so verbreiten sich die Viren

Vor allem an Orten mit vielen Menschen – in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, im Sportverein oder im Büro – besteht ein erhöhtes Ansteckungs- und Übertragungsrisiko der Influenzaviren. Die Viren werden durch Tröpfchen übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen entstehen. Die Erreger können direkt oder indirekt (z.B. über das Berühren einer Türklinke) übertragen werden. Infizierte Personen sind bereits einen Tag vor dem Auftreten der Symptome ansteckend.

Einfache Hygienemassnahmen und weitere Schutzmöglichkeiten

Nebst der Impfung können auch einfache Hygienemassnahmen dazu beitragen, sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen. Vermeiden Sie das Berühren von Nase und Augen, waschen Sie regelmässig und gründlich Ihre Hände mit Wasser und Seife und niesen oder husten Sie in ein Papiertaschentuch oder die Armbeuge. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie zu Hause bleiben, wenn Sie sich krank fühlen. Versuchen Sie den Kontakt zu anderen Personen, vor allem Risikopersonen, möglichst zu vermeiden oder einzuschränken.

Die Impfung gilt als der wirkungsvollste Schutz gegen die Grippe und wird besonders für Personen mit COPD oder anderen chronischen Atemwegsinfektionen empfohlen. Sie sollten eine Ansteckung mit den Influenzaviren möglichst vermeiden.

Schützen Sie sich und geniessen Sie die schönen Seiten des Winters etwas sorgloser!