Wenn die Tage länger werden, die Sonne immer mehr Kraft hat und die ersten Blumen blühen, steht für viele der Frühlingsputz an. Schränke aussortieren, Fenster putzen, Küche und Bad gründlich reinigen und die Sommerkleider waschen – das sorgt für ein frisches Zuhause. Doch beim Putzen kommen häufig chemische Reinigungsmittel zum Einsatz, die unsere Atemwege belasten können. Wer weiss, worauf es ankommt, kann die Wohnung sauber halten und gleichzeitig seine Lunge schützen.

Der Frühlingsputz gehört für viele Haushalte zum festen Ritual. Nach der dunklen Jahreszeit wird Staub und Schmutz entfernt. Das Putzen hat grossen Einfluss auf uns. Es fördert nicht nur die Muskelkraft und Beweglichkeit durch die körperliche Aktivität, durch die geschaffene Ordnung wird auch Stress und somit die psychische Belastung reduziert. Nach getaner Arbeit schüttet der Körper Glückshormone aus und sauber ist die Wohnung auch noch, was zu einem gesteigerten Wohlbefinden beiträgt. Dennoch ist beim Putzen Vorsicht geboten: Chemische Reinigungsmittel können die Atmung beeinträchtigen.

Studie zeigt langfristige Auswirkungen auf die Lunge

Wie stark die Lunge in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigt eine grosse norwegische Langzeitstudie mit über 6000 Teilnehmenden. Die Forschenden beobachteten die Lungenfunktion während rund 20 Jahren. Das Ergebnis: Wer regelmässig mit Reinigungsmitteln putzt – zu Hause oder bei der Arbeit – dessen Lungenfunktion nimmt schneller ab. Laut der Studie ist eine deutliche Reduzierung der Lungenfunktionen insbesondere bei Frauen zu erkennen. Der gemessene Rückgang der Lungenfunktionen entsprach ungefähr dem Effekt, den man bei starkem Rauchen beobachten kann. Vereinfacht gesagt: Die Belastung durch Reinigungsmittel kann für die Atemwege langfristig ähnlich schädlich sein, wie das tägliche Rauchen einer grösseren Menge Zigaretten.

Weniger Chemie reicht oft aus

Für einen hygienischen Haushalt braucht es meist weniger Chemie als gedacht. Fachstellen empfehlen, einfache Reinigungsmittel zu verwenden und auf stark parfümierte oder desinfizierende Produkte möglichst zu verzichten. Besonders problematisch sind Produkte in Sprayform. Beim Sprühen entstehen sehr feine Tröpfchen und Dämpfe, die lange in der Luft bleiben und tief in die Atemwege gelangen können.

Diese Partikel können die Schleimhäute der Atemwege reizen und Entzündungsreaktionen auslösen. Bei regelmässiger Belastung kann dies langfristig die Lungenfunktion beeinträchtigen.

In einem normalen Haushalt reichen Wasser, Seife oder milde Reinigungsmittel in vielen Fällen völlig aus. Ausserdem ist es wichtig während und nach dem Putzen gut zu lüften.

Tipps für einen lungenschonenden Frühlingsputz

Mit einigen einfachen Massnahmen lässt sich die Belastung deutlich reduzieren:

  • Möglichst auf Sprays verzichten und Flüssigreiniger verwenden
  • Beim Putzen regelmässig lüften
  • Duftstoffe und stark parfümierte Produkte meiden
  • Reinigungsmittel sparsam und gemäss Anleitung einsetzen

So bleibt der Frühlingsputz das, was er sein soll: Ein frischer Start in die neue Jahreszeit – ohne unnötige Belastung für die Lunge.

Merkblätter
LUNGE ZÜRICH bietet verschiedenste Merkblätter zu Themen rund um Lunge, Lungengesundheit und Luft an.