Bei medizinischen Notfällen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder an das Ärztefon.
Bei akuter Lebensgefahr wählen Sie die Notfallnummer.
Hier finden Sie die Notfallnummern aller
kantonalen Lungenligen.
Unsere Fachpersonen sind im Gerätenotfall und für die dringende Erstversorgung mit Sauerstoff auch ausserhalb unserer Öffnungszeiten für Sie da.
Während Öffnungszeiten Montag bis
Freitag von 8 bis 17 Uhr
Ausserhalb der Öffnungszeiten
Häufig gesuchte Themen:

Die rechte Herzhälfte pumpt sauerstoffarmes und kohlendioxidreiches Blut zur Lunge. Dort angekommen fliesst das Blut durch ein fein verzweigtes Netzwerk von kleinsten Blutgefässen (Kapillaren), wo das Kohlendioxid aus dem Blut weicht und Sauerstoff aufgenommen wird (Gasaustausch). Das sauerstoffreiche und kohlendioxidarme Blut fliesst im Anschluss zurück zur linken Herzhälfte und in den Körperkreislauf, wo Organe und Zellen mit Sauerstoff versorgt und das entstandene Kohlendioxid aufgenommen wird, um wieder in den Lungenkreislauf eingespeist zu werden. Verschiedene Ursachen, darunter Lungenkrankheiten, Lungenembolien und Herzinsuffizienz, können zu einer Störung im Lungenkreislauf führen. Verengt sich dadurch der Durchmesser oder die Elastizität der Blutgefässe, erhöht sich der Druck auf die Gefässe und Blut staut sich in der rechten Herzhälfte. Folglich gelangt weniger sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf. In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung im Jahr 2006 aus den USA wurde bereits beschrieben, dass mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) kognitive Defizite aufweisen: Der Erwerb, das Behalten und Wiedergeben von verbalem Material (einzelne zusammenhangslose Silben), sich an Dinge zu erinnern (Erinnerungsvermögen) sowie die (fein-)motorische Umsetzung verschiedener Aufgaben fallen schwerer. Die Abnahme der kognitiven Funktionen führt dazu, dass die Patientinnen und Patienten ihre Lebensqualität weniger hoch einschätzen, was wiederum das Fortschreiten der Krankheit begünstigt. Das Team rund um Prof. Dr. med. Silvia Ulrich von der Klinik für Pneumologie am Universitätsspital Zürich (USZ) hat die Überlegung angestellt, ob die Mechanismen des Lungenhochdrucks dazu führen könnten, dass weniger Sauerstoff ins Hirn und dessen Gewebe gelangt. Sie wollten deshalb in der vorliegenden Studie herausfinden, ob die spezifische Behandlung von Lungenhochdruck zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung des Gehirnes und damit zu einer verbesserten kognitiven Funktion führt.
Um die genauen Blutdruck- und Sauerstoffsättigungswerte im rechten Herzen sowie der Lungenarterie bei Lungenhochdruck zu ermitteln, wurde mit einer Lokalanästhesie über eine Halsvene ein kleiner Katheter in die Lungenarterie eingeführt. Patientinnen und Patienten mit Lungenhochdruck wurden hierfür ans Universitätsspital Zürich aufgeboten. 22 von ihnen haben sich bereit erklärt, zusätzlich zur regulären Behandlung an der Studie teilzunehmen. Das Forschungsteam hat während des Aufenthalts der Patientinnen und Patienten am USZ verschiedene Tests zur Ermittlung der kognitiven Fähigkeiten durchgeführt und Angaben zur Lebensqualität erhoben. Weiter haben sie die Sauerstoffversorgung des Gehirngewebes gemessen. Nach dreimonatiger medikamentöser Behandlung des Lungenhochdruckes wurden dieselben Messungen nochmals durchgeführt. Das Forschungsteam hat die Daten der zwei Zeitpunkte ausgewertet und miteinander verglichen.
Bei der ersten Messung zeigten 45% der Patientinnen und Patienten mit Lungenhochdruck kognitive Defizite. Nach dreimonatiger Behandlung des Lungenhochdruckes verbessert sich ihre kognitive Leistung in den durchgeführten Tests und sie haben über eine verbesserte Lebensqualität berichtet. Allerdings wurde keine Veränderung der Sauerstoffsättigung im Gehirngewebe nach drei Monaten festgestellt. Die verbesserte kognitive Leistung kann also nicht auf eine verbesserte Versorgung des Gehirngewebes zurückgeführt werden.
Für Patientinnen und Patienten mit Lungenhochdruck ist es im Endeffekt zweitrangig, welcher Mechanismus zum verbesserten Zustand beiträgt. Die Studie legt zwar dar, dass keine Veränderungen der Sauerstoffversorgung im Gehirn festgestellt wurden. Sie zeigt aber auf, dass die Behandlung zu verbesserten kognitiven Leistungen und einer verbesserten Lebensqualität führt. Und das ist die Hauptsache!
Autoren
Somaini G., Stamm A., Müller-Mottet S., Ulrich S. et al.
Journal
Respiration
Publikationsdatum
10. September 2015
Unterstützt durch
Verein Lunge Zürich
Wir schätzen Ihre Privatsphäre
LUNGE ZÜRICH verwendet Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Anzeigen oder Inhalte einzusetzen und unseren Datenverkehr zu analysieren.