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Juf im Kanton Graubünden liegt auf 2126 m. ü. M. und ist die höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz. Während Juf rund 30 Einwohnende hat, wird geschätzt, dass weltweit mehr als 120 Millionen Menschen in Berggebieten über 2500 m. ü. M leben. Auch wenn sich die Annahme, wie viele Personen in Berggebieten von chronischen höhenbedingten Krankheiten betroffen sind, im niedrigen Prozentbereich bewegt, sind es absolut ausgerechnet schnell mehrere Millionen. Zu den typischen Erkrankungen zählen höhenbedingter Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie, HAPH) und die chronische Höhenkrankheit (CMS). Sie äussern sich in Form von Atemnot, reduzierter Leistungsfähigkeit bis hin zu einem Herzversagen im fortgeschrittenen Stadium. Die zugrundeliegende Ursache und der genaue Mechanismus, bei welcher Personengruppe welche Faktoren zu höhenbedingtem Lungenhochdruck führen können, ist noch nicht bekannt. Es wurde bisher nicht untersucht, ob nächtliche Schlafapnoe mit höhenbedingtem Lungenhochdruck zusammenhängt oder ihn fördert. Prof. Dr. med. Konrad Bloch ist Forschungsarzt am Universitätsspital Zürich. Er ist mit seinem Team 2012 nach Kirgistan gereist, um genau dieser Frage nachzugehen. Im Gepäck hatten sie zwei Fragen, denen sie mithilfe ihrer Messungen nachgehen wollten:
Das Forschungsteam hat die Messungen an zwei Orten durchgeführt: In der Versorgungseinrichtung für die Berglandbewohnenden auf 3250 m. ü. M. und am Zentrum für Kardiologie und Innere Medizin in der Hauptstadt Bishkek auf 760 m. ü. M.. An der Studie haben 90 Berglandbewohnende, die zwischen 2800 und 3800 m. ü. M. leben, sowie 34 gesunde Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Tiefland teilgenommen. Für die Messungen im Schlaf (Polysomnographie) haben alle Teilnehmenden eine Nacht in der Versorgungseinrichtung resp. dem Zentrum genächtigt. Während des Schlafs wurden mit der Polysomnographie viele Parameter wie beispielsweise die Sauerstoffsättigung oder die Veränderungen des Nasendrucks aufgezeichnet. Aus diesen Daten konnte dann die auftretende Apnoe herausgelesen werden.
Bei 36 Personen aus der Höhe konnte ein erhöhter Lungenhochdruck festgestellt werden. Sie wurden deshalb in eine Gruppe eingeteilt. Weitere zwei Gruppen entstanden aus den 54 Personen aus der Höhe ohne erhöhten Lungenhochdruck und aus den 34 gesunden Personen aus dem Tiefland. Im direkten Vergleich dieser drei Gruppen zeigten die Personen aus der Höhen-Gruppe höheren Lungenhochdruck, einen höheren Apnoe/Hypoapnoe-Index und hatten prozentual eine längere Schlafphase mit einer Sauerstoffsättigung <90 Prozent. Der Apnoe/Hypoapnoe-Index beschreibt die Anzahl der Apnoe- und Hypopnoe-Episoden pro Stunde Schlaf. In einer statistischen Auswertung hat das Forschungsteam bei Berglandbewohnenden einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und den nächtlichen Episoden einer Schlafapnoe gefunden. Das Team rund um Prof. Dr. med. Konrad Bloch konnte die Fragen also beantworten. Die Antwort lautet zweimal «ooba». «Ooba» heisst auf Kirgisisch «Ja».
Autoren
Latshang TD., Furian M., Aeschbacher SS., Bloch K. et al.
Journal
Eur Respir J.
Publikationsdatum
2. Februar 2017
Unterstützt durch
Verein Lunge Zürich
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