Asthma

Asthma ist eine häufige Lungenerkrankung. Sie betrifft jedes 10. Kind sowie jeden 14. Erwachsenen. Dank vielfältigen therapeutischen Möglichkeiten lässt sich Asthma heute gut behandeln. Die meisten Betroffenen können ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen, Sport treiben und die Welt bereisen. Mit unterstützenden Massnahmen steht Ihnen LUNGE ZÜRICH gerne zur Seite.

Was man über Asthma wissen sollte

Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege.
Menschen, die an Asthma bronchiale erkrankt sind, haben verengte und chronisch entzündete Bronchien. Zu dieser permanenten Entzündung kommt eine Überempfindlichkeit auf bestimmte physikalische Reize, wie zum Beispiel Kälte oder auch gewisse Substanzen. In der Folge ziehen sich die Bronchien zusammen und verengen sich.

Dank vielfältigen therapeutischen Möglichkeiten lässt sich Asthma heute jedoch gut behandeln.

Ursachen

Die Überempfindlichkeit der Bronchien kann verschiedene Auslöser und Gründe haben. Die Überempfindlichkeit der Bronchien ist – zumindest teilweise – vererbbar. So erkranken 30 bis 40 Prozent der Kinder, bei denen ein Elternteil Asthma hat, selbst an Asthma. Wenn beide Eltern Asthma haben, sind es sogar 60 bis 80 Prozent. An Asthma erkrankte Personen haben zudem oft bereits andere Allergien (wie Heuschnupfen oder Hauterkrankungen).

Es gibt zwei verschieden Formen von Asthma, das allergische- und das nicht allergische Asthma:

Allergisches Asthma

Asthmasymptome werden beim allergischen Asthma durch Substanzen aus der Umgebungsluft, insbesondere durch Allergene wie Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze und Milben, usw. ausgelöst. Diese Allergene führen zu einer Immunreaktion, die Symptome wie Husten, Atemnot und Entzündungen der Atemwege hervorruft. Kinder aus Raucherhaushalten haben ein erhöhtes Risiko, im Erwachsenenalter allergisches Asthma zu entwickeln, da der Kontakt mit schädlichen Substanzen die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen verstärken kann.

Nicht-allergisches Asthma

Neben spezifischen Allergenen können auch andere unspezifischere Faktoren wie Kälte, körperliche Anstrengung, Staub, chemische Reizstoffe oder Virusinfektionen Asthmasymptome auslösen. Diese nicht-allergischen Auslöser können bei Menschen, die in ihrer Kindheit allergisches Asthma entwickelt haben, ebenfalls zu Beschwerden führen. Insbesondere Kinder aus Raucherhaushalten zeigen häufig eine Neigung zu nicht-allergischem Asthma im Erwachsenenalter, was auf die schädlichen Auswirkungen von Tabakrauch auf die Atemwege hinweist.

Symptome

Die Symptome des Asthmas variieren individuell in Intensität und Art. Zu den häufigsten gehören:

  • Druckgefühl im oberen Brustkorb
  • (Reiz-)Husten mit teilweise zähem Auswurf
  • Atemnot bis zu Erstickungsängsten
  • Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt durch eine Anamnese und durch einen Lungenfunktionstest. Bei Verdacht auf ein allergisches Asthma werden zusätzlich Allergietests wie Haut-, Provokations- oder Bluttests durchgeführt.

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Behandlung

Eine erfolgreiche Behandlung des Asthmas ist möglich. Dabei spielen die Wahl der medikamentösen Therapie, die korrekte Anwendung der Medikamente und auch das Vermeiden der Asthma-auslösenden Faktoren eine wichtige Rolle.

Vermeiden von Asthma-auslösenden Faktoren bei allergischem Asthma
Die Massnahmen müssen individuell auf die Allergene zugeschnitten werden, die das Asthma auslösen. Typische Beispiele sind:

  • Vermeidung von Pollen mit Warn-Apps wie «Pollen-News»
  • Milbendichte Bettbezüge verwenden
  • Korrektes Lüften, um Schimmelpilzen vorzubeugen
  • Haustiere nicht in den Schlafbereich lassen
  • Auf Staubfänger wie Teppiche verzichten
Vermeiden von Asthma-auslösenden Faktoren bei nicht allergischem Asthma
Liegt ein nicht-allergisches Asthma vor, so sollten die auslösenden Faktoren ebenfalls bestmöglich vermieden werden:

  • Kälte und trockene Luft
  • Staub
  • Zigarettenrauch
  • Körperliche Anstrengung
  • Gerüche, chemische und physikalische Reizstoffe
  • Luftverschmutzung

Das Ziel der medikamentösen Asthmabehandlung ist das Erreichen einer möglichst uneingeschränkten Lungenfunktion und Beschwerdefreiheit. Die antientzündliche Therapie ist dabei der Eckpfeiler der Asthmabehandlung. In der Regel wird aber eine Kombination mit einer bronchienerweiternden Therapie verschrieben. Zusätzlich können für akute Verschlechterungen sogenannte Notfallmedikamente abgegeben werden. Bei schwerem Asthma kommen Biologika zum Einsatz, d.h. Medikamente die spezifisch auf das Immunsystem einwirken. Der Einsatz der verschiedenen Medikamente erfolgt dabei nach einem definierten Stufenplan.

Kortison, ein natürlich im Körper vorkommender Stoff, wirkt entzündungshemmend und ist daher zentral in der Asthmatherapie. Bei der Behandlung von Asthma wird Kortison mittels Inhalation verabreicht. Dies hat den grossen Vorteil, dass das Medikament direkt in die Bronchien gelangt und dass somit die von der oralen Einnahme her bekannten Kortison-Nebenwirkungen praktisch vollkommen ausgeschlossen werden können.

Bei Bedarf werden diese Medikamente zusätzlich zur Kortison-Behandlung angewendet und führen zu einer Erweiterung der Bronchien, was eine Reduktion der Atemnot zur Folge hat. Diese Medikamente werden ebenfalls inhaliert. Sie werden als sogenannte «langwirksame» bronchienerweiternde Medikamente bezeichnet.

Um die Therapie zu vereinfachen, werden teilweise die entzündungshemmenden und bronchienerweiternden Medikamente zusammen als Kombinationsmedikamente verschrieben und inhaliert.

Liegt eine kurzfristige Verschlechterung der Symptome vor (im schlimmsten Fall ein Asthmaanfall) kommen die Notfallmedikamente zur Anwendung. Dies sind ebenfalls bronchienerweiternde Medikamente, welche inhaliert werden. Im Gegensatz zur langwirksamen «Basistherapie» wirken die Notfallmedikamente aber unmittelbar und führen zu einer schnellen Erweiterung der Bronchien dadurch, dass sie die Bronchialmuskulatur entspannen.
Wichtig dabei ist, dass die Notfallmedikamente nicht zu häufig eingesetzt werden sollten. Ist dies der Fall, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die Basistherapie (bronchienerweiternde und antientzündliche Therapie) angepasst werden muss. Kontaktieren Sie in diesem Fall unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Der Einsatz von Notfallmedikamenten kann auch prophylaktisch erfolgen – z. Bsp. vor körperlicher Aktivität wie Sport (wenn dies ein Asthma-Auslöser ist).

Liegt ein schweres Asthma vor, werden zusätzliche Medikamente, sogenannte Biologika, eingesetzt. Diese wirken spezifisch auf das Immunsystem.

Richtige Inhalation

Damit die inhalierbaren Medikamente ihre volle Wirkung entfalten können, müssen die Betroffenen zuerst die richtige Inhalationstechnik lernen. LUNGE ZÜRICH stellt praktische Informationen zur richtigen Inhalation zur Verfügung. Auch Ihre Ärztin oder Ihr Arzt oder jemand in Ihrer Apotheke kann Ihnen erklären, wie Sie das Medikament genau inhalieren müssen.

Da es zu den verschiedenen Asthma-Medikamenten verschiedenste Inhalationsgeräte gibt, müssen bei der richtigen Inhalation auch unterschiedliche Punkte beachtet werden. Wir haben Ihnen eine Liste von Inhalationsvideos zu den verschiedenen Geräten zusammengestellt, die Ihnen zeigen, wie die Produkte korrekt angewendet werden:

LUNGE ZÜRICH hat praktische Kärtchen zur richtigen Inhalation entwickelt. Diese können Sie bei uns kostenlos bestellen. Entweder via Webshop oder telefonisch unter 044 268 20 00 oder per E-Mail an beratung@lunge-zuerich.ch.

Inhalationstherapie

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Prävention

Wie bei jeder Krankheit tragen auch die Asthmatikerinnen und Asthmatiker entscheidend zum Therapie-Erfolg bei. Es gilt, folgende Punkte zu beachten:

  • Faktoren, die Asthma auslösen, möglichst vermeiden
  • Verschriebene Medikament genau nach Vorschrift einnehmen
  • Notfallmedikamente immer bei sich tragen
  • Einen Asthma-Anfall frühzeitig behandeln
  • Führen eines Asthma-Tagebuches
  • Durchführen einer täglichen Peak-Flow-Messung

Asthma-Kontrolltest

Mit einem Online-Test können Asthmatikerinnen und Asthmatiker prüfen, wie gut sie ihr Asthma im Griff haben. Das Ergebnis sollte anschliessend mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.

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Alltag

Die meisten Betroffenen können ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen, Sport treiben und die Welt bereisen. Es gibt jedoch einige nützliche Infos, die im Alltag helfen können.

Das Leben mit einer chronischen Krankheit kann psychisch belastend sein, da manche Betroffene aus Angst vor Anfällen weniger aktiv sind. Diese Belastung kann das Asthma verstärken, denn Stresssituationen können Anfälle begünstigen. Um gar nicht erst in diesen Teufelskreis zu geraten, ist es wichtig, die Krankheit und ihre Auslöser zu kennen. Mit diesem Wissen lässt sich der Alltag entspannter und sicherer gestalten, sodass auch Betroffene das Leben geniessen können.

 

Sport und Bewegung sind wichtig für einen ausgewogenen Lebensstil. Asthma ist kein Hindernis, erfolgreich Sport oder sogar Spitzensport zu betreiben. Jede Ausübung sportlicher Aktivität unterstützt das Asthmamanagement. Ausdauersportarten stärken speziell das Wohlbefinden wie auch die eigene Leistungsfähigkeit. Wichtig dabei ist, dass Betroffene in ihrem Tempo Sport treiben und sich stets gut aufwärmen. Wenn Sie dazu noch ihr Notfallmedikament bei sich tragen, steht dem Spass beim Sport nichts im Weg.

Grundsätzlich sind auch Asthmatikerinnen und Asthmatiker frei in ihrer Berufswahl. Einige Berufe setzen Sie jedoch verstärkt Stoffen wie Ölen, Lacken, Haarfarben oder Mehlstaub aus, die das Asthma verschlimmern könnten. Das Bewusstsein an vielen Arbeitsplätzen zum Schutz gegen Asthma und weitere Lungenkrankheiten wird aber immer besser.

Auch mit Asthma steht einem die ganze Welt offen. Trotzdem ist es wichtig, dass Asthmatikerinnen und Asthmatiker sich im Voraus über ihren Zielort informieren, um beispielsweise Städte mit hoher Luftverschmutzung zu meiden. Ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin und die Abklärung, ob am Reiseziel fachärztliche Betreuung in der Nähe verfügbar ist, können hilfreich sein.

Asthma hat keinen wesentlichen Einfluss auf eine Schwangerschaft, solange es gut eingestellt ist. Langzeitbeobachtungsstudien zeigen, dass die inhalativen Asthmamedikamente die Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht beeinträchtigen. Um beschwerdefrei gebären zu können, ist es wichtig, die Medikamente weiterhin einzunehmen und sich neben der Frauenärztin oder dem Frauenarzt von der Lungenfachperson begleiten zu lassen. Asthma stellt keine Indikation für einen geplanten Kaiserschnitt dar.

In der heutigen Zeit ist die Allergieprävention für Kleinkinder mit erhöhtem Allergierisiko von entscheidender Bedeutung, da gezielte Massnahmen während der Schwangerschaft und der frühen Kindheit dazu beitragen können, das Risiko für Allergien zu minimieren und die Gesundheit der Kleinsten zu fördern.

  • Rauchverzicht, aktiv und passiv in der Schwangerschaft
  • Stillen während mind. 4 Monaten oder HA-Milch
  • Keine unnötige Diät während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Gesundes Körpergewicht des Kindes
  • Schimmel und Innenraumschadstoffe vermeiden
  • Bei erhöhtem Allergierisiko keine Katzen anschaffen

Weitere Informationen

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Merkblätter
Hier finden Sie wichtige Merkblätter zu Lungenkrankheiten und Therapien.
Informationsbroschüre Asthma