Heute am 24. März findet der Welttuberkulosetag statt und macht auf die zentrale Bedeutung von Tuberkulose aufmerksam. Sie ist bis heute weltweit eine der häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten. Obwohl die Krankheit in vielen Ländern eingedämmt werden konnte, bleibt sie nach wie vor eine Herausforderung – auch in der Schweiz.

Weshalb Tuberkulose bis heute relevant bleibt

Jedes Jahr findet am 24. März der Welttuberkulosetag statt – denn genau an diesem Tag entdeckte Dr. Robert Koch im Jahr 1882 den Erreger der Tuberkulose. Damit legte er einen wichtigen Grundstein für die spätere Heilbarkeit der Krankheit, denn dadurch konnte die Entwicklung wirksamer Antibiotika überhaupt erst ermöglicht werden. Obwohl die Krankheit dadurch eingedämmt werden konnte, existiert sie bis heute weiter. Deshalb hat der Welttuberkulosetag zum Ziel, die Menschen weiterhin darauf aufmerksam zu machen und zeigt auf, dass globale Anstrengungen zu ihrer Eindämmung sowie entsprechende Fachstellen – wie auch das Tuberkulose-Zentrum von LUNGE ZÜRICH – nach wie vor dringend notwendig sind.

Tuberkulose existiert weiterhin – auch in der Schweiz

Mehr Menschen sterben an Tuberkulose als an jeder anderen behandelbaren Infektionskrankheit. Besonders in Südostasien, in der Westpazifik-Region und in afrikanischen Ländern sind die Fallzahlen hoch. Doch auch in anderen Regionen treten Tuberkuloseerkrankungen auf. In der Schweiz werden jährlich rund 550 Fälle verzeichnet, etwa 100 davon im Kanton Zürich. Die Fallzahlen waren in den vergangenen zehn Jahren relativ stabil. Während und nach der Corona-Pandemie lagen sie leicht tiefer, bewegen sich heute jedoch wieder auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor.

Von der Diagnose bis zur Heilung

Bei Tuberkulose handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit. Wird sie nicht behandelt, kann sie lebensgefährlich werden. Meist befällt sie die Lunge, sie kann jedoch auch andere Organe wie Knochen, Lymphknoten oder die Hirnhaut befallen. Typische Symptome einer Tuberkulose sind anhaltender Husten über mehr als drei Wochen, Fieber, Nachtschweiss, Energielosigkeit und Gewichtsverlust. Besteht ein Verdacht auf Tuberkulose, kann die Erkrankung mithilfe von Bildgebung (Röntgen, CT) und Laboruntersuchungen diagnostiziert werden. Nach der Diagnose kann Tuberkulose mit einer konsequent durchgeführten Antibiotikatherapie, die mindestens sechs Monate dauert, geheilt werden.

Tuberkulose ist nicht hochansteckend

Tuberkulose ist ansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, wie etwa beim Husten. Obwohl oft angenommen wird, dass Tuberkulose hochansteckend sei, entspricht dies nicht der Realität. Eine Übertragung findet in der Regel nur dann statt, wenn jemand über längere Zeit und wiederholt engen Kontakt in geschlossenen Räumen mit einer an Lungen-Tuberkulose erkrankten Person hat.

Ansteckung  ≠ Erkrankung

Oft entstehen Missverständnisse bei der Unterscheidung zwischen einer Tuberkulose-Ansteckung und Tuberkulose-Erkrankung. Eine angesteckte Person trägt die Bakterien zwar im Körper, zeigt jedoch keine Symptome und ist nicht ansteckend. Erst wenn die Bakterien aktiv werden und eine Erkrankung auslösen, kann Lungen-Tuberkulose über Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. Solche Missverständnisse können zu falschen Reaktionen führen und bei Betroffenen Ängste auslösen, beispielsweise Sorgen vor Jobverlust oder gesellschaftlicher Isolation.

Häufige Herausforderungen während der Tuberkulose-Therapie

Während der Behandlung können sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die betreuenden Fachpersonen verschiedene Herausforderungen entstehen. Einerseits leiden viele Betroffene unter unerwünschten Nebenwirkungen der Medikamente. Dazu gehören Übelkeit, Müdigkeit oder erhöhte Leberwerte. Andererseits stellen Resistenzen gegenüber den Standardmedikamenten ein zusätzliches Problem dar. Diese führen nicht nur zu einer verlängerten Therapiedauer, sondern können auch die Nebenwirkungen verstärken. Auch die notwendige Isolation während der ersten beiden Therapiewochen kann für viele Betroffene belastend sein. Das Tuberkulose-Zentrum steht den Betroffenen während dieser Herausforderungen zur Seite, hält regelmässig Kontakt und vermittelt bei Bedarf zwischen Fachpersonen und PatientInnen.

Tuberkulose-Zentrum als Ansprechpartner

Im Kanton Zürich ist das Tuberkulose-Zentrum von LUNGE ZÜRICH der zentrale Ansprechpartner für Tuberkulose-Betroffene, deren Angehörige sowie für Fachstellen. Das Tuberkulose-Zentrum übernimmt das Fallmanagement aller an Tuberkulose erkrankten Personen im Kanton Zürich. Ausserdem berät und begleitet es die Betroffenen während der gesamten Therapiedauer. Gleichzeitig steht das Zentrum in engem Austausch mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Bei Bedarf organisiert es überwachte Medikamentenabgaben und die Testung von Kontaktpersonen. Ziel des Tuberkulose-Zentrums ist es, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und den Leistungsauftrag des Kantons und der Stadt Zürich zur Bekämpfung der Tuberkulose sowie zum Schutz der Bevölkerung erfolgreich umzusetzen.

Tuberkulose-Zentrum
Tuberkulose